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Was tun bei Vergiftungen? PDF Drucken E-Mail

Was tun bei Verätzungen, Verbrühungen oder Gasvergiftungen? Soll man Erbrechen auslösen?

Ätzende Stoffe

Bei Kontakt mit Ätzstoffen (zum Beispiel Laugen, Säuren, WC-Reinigern, Geschirrspülmaschinenreinigern) kann jeder entscheidende Handlungen durchführen:

  • Bei Verunreinigungen der Haut: Entfernung der Kleider, die  Haut zehn Minuten lang mit Wasser spülen.
  • Bei Aufnahme durch den Mund: Verdünnen des Giftstoffes durch Trinken von Wasser (Erwachsene circa 0,5 bis 1 Liter, Kinder 1 bis 2 Gläser) in den ersten 10 Minuten nach Gifteinnahme. Dies sollte nicht erfolgen, wenn es zuvor zu einem spontanen Erbrechen gekommen ist.

Erbrechen auslösen oder nicht?

  • Wurden Säuren oder Laugen, Lösungsmittel oder Reinigungsmittel aufgenommen, darf kein Erbrechen ausgelöst werden, da diese Stoffe vor allen Dingen die Speiseröhre schädigen.
  • Bei nichtätzenden Stoffen: In vielen Fällen kann durch ein rasch ausgelöstes Erbrechen Zeit gewonnen werden. Dies sollte durch Reizung der Rachenwand und/oder durch Trinken einer gesättigten (maximal konzentrierten) Kochsalzlösung erfolgen. Dies gilt aber nur für Erwachsene.
  • Kinder dürfen nie eine gesättigte Kochsalzlösung erhalten, da die Gefahr durch Vergiftung mit Kochsalz in der Regel größer ist als die Gefahr durch den eingenommenen Stoff.
  • Bewusstlose Patienten sollten in die stabile Seitenlage mit tief gelegtem Kopf gebracht werden. Zahnprothesen sollten entfernt werden. Bei Erbrechen ist der Mund von Speiseresten zu reinigen.

Augenverätzungen:

  • Augen mindestens 10 Minuten lang unter laufendem lauwarmen Wasser ausspülen. Dabei versuchen, die Lider mit einer freien Hand aufzuhalten - oder besser - jemanden um Hilfe bitten.
  • Wenn dies nicht gelingt, das Auge mit einem angefeuchteten Tuch reinigen. Alternativ ist das Ausspülen durch Ausdrücken eines wiederholt mit Wasser getränkten sauberen Taschentuchs oder Schwamms anzuraten.
  • Jede Augenverletzung muss sofort und ohne jeglichen Verzug nach der kurzen Erstversorgung einem Augenarzt gezeigt werden. Auch kurzzeitige Verzögerungen können den Schaden verstärken.

Gasvergiftungen:

Immer an die frische Luft bringen. Vorsicht vor giftigen Gasen bei der Bergung. Vergiftete, die nicht mehr selbst atmen, müssen sofort Mund – zu - Mund beatmet werden.

Hautverätzungen und Vergiftungen durch die Haut:

Nach Entfernung benetzter Kleidungsstücke sollte die Haut mit fließendem Wasser und Seife gereinigt werden. Einige Gifte können auch über die Haut in den Körper gelangen, vor allem spezielle Pflanzenschutzmittel (vom Typ E 605) oder organische Lösungsmittel.

Pflanzen/Pilze:

Vergiftungen durch Pilze, Früchte, Blüten, Blätter oder Nadeln: Ausreichend Pflanzen oder Pilzmaterial (auch Putzreste oder ausnahmsweise Erbrochenes) zur genauen Be­stimmung von Pilz oder Pflanze sichern.

Erste Hilfe bei Verbrühungen und Verbrennungen:

Die einfachste und wichtigste Sofortmaß­nahme bei Verbrennungen und Verbrühungen ist sofortige und gründliche Abkühlung der entsprechenden Körperbereiche durch kaltes Wasser.

  • Verbrühte oder verbrannte Körper­bereiche unter den laufenden Kaltwasserhahn oder unter die kalte Brause halten.
  • Tipp: Die kalte Brause zwischen die Kleider und die verbrühte/verbrannte Haut stecken und so lange spülen, bis das austretende Wasser und die Kleidung nicht mehr heiß sind. Erst dann die Kleider alsbald ablösen. Je früher der Patient mit kaltem Wasser behandelt wird, desto wirksamer ist diese Hilfe. Die Kühlung ist aber auch bei einer Verzögerung von fünf bis zehn Minuten noch nützlich und schmerzlindernd.
  • Die Abkühlung soll stets zehn bis 15 Minuten andauern beziehungsweise bei kleineren Schäden so lange, bis der Schmerz nachlässt. Die Kaltwasser-Behandlung ist eine erste Hilfsmaßnahme.
  • Bei schweren Schäden, zum Beispiel bei Verbrennungen oder Verbrühungen von größeren Flächen der Haut, ist die sofortige Notarzt-Einweisung in die Klinik erforderlich.

Beatmung und Herzmassage

Bei schwacher Atmung muss rechtzeitig beatmet werden. Wenn die normale Atemfrequenz (bei Erwachsenen etwa 18 Atemzüge pro Minute, bei dreijährigen Kindern etwa 25 pro Minute) auf die Hälfte abgefallen ist und die Atemzüge flach sind, beatmet man bei Erwachsenen Mund – zu - Mund oder Mund – zu - Nase: zwölfmal Atem­spende pro Minute bei Erwachsenen, 20mal Atemspende pro Minute bei Kindern. Es sollte die Methode angewendet werden, die am besten beherrscht wird (durch regel­mäßige Auffrischung des Wissens und Könnens in Erste-Hilfe-Kursen).

Bei Herzstillstand sollte unverzüglich eine Herzmassage eingeleitet werden. Hierzu ist es aber erforderlich, dass der Ersthelfer diese Maßnahme sicher beherrscht.

 

Warnung vor zusätzlichen Schädigungen:

  • Bewusstlosen Patienten darf nichts eingeflößt werden.
  • Abkühlung oder Überhitzung des Patienten stets vermeiden.
  • Besonders bei fettlöslichen Stoffen sollte keine Milch gegeben werden, da durch Milch die Aufnahme des Giftstoffes in den Körper beschleu­nigt werden kann.

Quelle: Rainer Braun, Martin Schulz: Vergiftungen. GOVI-Verlag GmbH

 
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